Lexikon: Dinkel, Dinkelspreu und Dinkelspelz
Dinkel (Triticum spelta) ist nicht nur ein wertvolles Nahrungsmittel, sondern liefert uns mit der Dinkelspreu (= Dinkelspelz) ein beliebtes Füllmaterialial für Naturkissen. In diesem Lexikonbeitrag erfahren Sie, warum das „Urkorn“ besonders im Schlafbereich so geschätzt wird und welche Eigenschaften Dinkelspreu-Kissen auszeichnen.
Was ist der Unterschied zwischen Dinkel und Dinkelspreu?
Oft werden die Begriffe synonym verwendet, doch für Kissen ist der Unterschied entscheidend:
- Dinkel (Das Korn): Das eigentliche Getreidekorn, das reich an Nährstoffen ist und zu Mehl oder Flocken verarbeitet wird. Ganze Körner werden manchmal für Wärmekissen verwendet, sind aber zum Schlafen zu hart.
- Dinkelspreu (Die Hülle des Korns): Auch Dinkelspelz genannt. Dies ist die widerstandsfähige Hülle, die das Korn während des Wachstums schützt. Nach dem Dreschen und Entspelzen wird diese Hülle gereinigt und entstaubt. Sie ist leicht, luftig und dient als Füllung für Dinkelkissen.
Die besonderen Eigenschaften von Dinkelspreu
Dinkelspreu wird seit Jahrhunderten, bekannt geworden vor allem durch Hildegard von Bingen, für seine wohltuende Wirkung geschätzt. Als Kissenfüllung bietet es einzigartige Vorteile:
1. Hervorragende Stützkraft
Die Spreu besteht aus vielen kleinen „Schalen“. Diese verhaken sich leicht ineinander, bleiben aber dennoch fliessfähig. Das Resultat ist ein formstabiles Kissen, das den Nacken und die Halswirbelsäule optimal stützt und entlastet.
2. Hohe Atmungsaktivität
Dinkelspreu ist sehr luftdurchlässig. Feuchtigkeit, die der Körper im Schlaf abgibt (Schweiss), wird schnell aufgenommen und ebenso schnell wieder an die Raumluft abgegeben. Dies sorgt für ein trockenes und angenehmes Schlafklima – ideal für Menschen, die am Kopf schnell schwitzen.
3. Massierender Effekt
Die Struktur der Spelzen ist etwas grober als beispielsweise bei Hirseschalen. Dadurch entsteht bei jeder Bewegung ein leichter, angenehmer Massageeffekt, der die Durchblutung der Haut fördern kann.
4. Kieselsäure
Dinkelspreu hat einen sehr hohen Gehalt an Kieselsäure. In der Naturheilkunde wird Kieselsäure eine positive Wirkung auf das Bindegewebe und eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur nachgesagt.
Dinkelspreu oder Hirse? Ein kurzer Vergleich
Da Sie sich auf hirsekissen.ch befinden, fragen Sie sich vielleicht: Was ist besser? Die Antwort hängt von Ihrer Vorliebe ab:
| Eigenschaft | Dinkelspreu | Hirsespreu |
|---|---|---|
| Körnung | Grober, grössere Schalen | Sehr fein, kleine Kügelchen |
| Geräusch | Raschelt hörbar (wie trockenes Laub) | Sehr leise, fast geräuschlos |
| Festigkeit | Fester, sehr gute Luftzirkulation | Weicher, sandartiges Fliessverhalten |
| Gefühl | Stabil & luftig | Anschmiegsam & weich |
Tipp: Wer es gerne etwas fester mag und wen ein natürliches Rascheln („Naturgeräusch“) nicht stört, für den ist Dinkel die perfekte Wahl. Wer sehr geräuschempfindlich ist, sollte eher zur Hirse greifen.
Pflege und Haltbarkeit
Dinkelspreu ist ein reines Naturprodukt und selbstreinigend. Damit Sie lange Freude an Ihrem Kissen haben, beachten Sie folgende Hinweise:
- Lüften: Legen Sie Ihr Kissen regelmässig an die frische Luft (am besten in die Sonne). Die Dinkelspreu „tankt“ dabei wieder auf und gibt gespeicherte Feuchtigkeit ab.
- Nicht waschen: Die Füllung darf nicht gewaschen werden, da sie sonst verrottet. Waschen Sie nur die Kissenhülle ohne die Füllung. Das gilt übrigens für alle Körnerkissen.
- Lebensdauer: Aus hygienischen Gründen und da die Spreu mit der Zeit brüchig wird und an Volumen verliert, sollte die Füllung etwa alle 2 bis 3 Jahre ausgetauscht werden.
Fazit
Dinkelspreu ist der Klassiker unter den Naturfüllstoffen. Er bietet eine feste, ergonomische Stütze und ein hervorragendes Feuchtigkeitsmanagement. Für Liebhaber von ursprünglichen Naturmaterialien ist ein Dinkelkissen oft der erste Schritt zu einem gesünderen, entspannteren Schlaf.